Fibbage überzeugt als Kartenspiel – mit einem Haken
Sam Eckhardt, Leitender Redakteur
Zuletzt aktualisiert: 30/08/2026
Seit dem Debüt im Jahr 2014 hat das digitale Partyspiel Fibbage mehrere Ableger hervorgebracht. Nun bringt Jackbox Games das Bluffspiel als physisches Kartenspiel auf den Tisch. Kann das bekannte Format auch ohne digitale Eingabe funktionieren? Im Review von Scott White auf IGN fällt das Urteil überwiegend positiv aus – mit einer Einschränkung, die die Handschrift der Mitspielenden betrifft. Die Kartenversion ist für drei bis sechs Personen ausgelegt und erhält 8 von 10 Punkten.
Der bewährte Bluff-Mechanismus bleibt erhalten
Im Kern folgt das Kartenspiel dem bekannten Prinzip: Eine Person übernimmt die Rolle des Revealers, zieht eine Karte und liest einen Prompt mit einer Lücke vor. Die übrigen Spielenden schreiben jeweils eine plausible Ergänzung auf. Der Revealer kennt die richtige Antwort, notiert sie ebenfalls und fügt sie den Einsendungen hinzu.
Danach werden alle Antworten gemischt und die Gruppe stimmt darüber ab, welche davon korrekt sein könnte. Punkte gibt es sowohl für die richtige Vermutung als auch dafür, dass andere für die eigene erfundene Antwort stimmen. Wer nach der vorher festgelegten Rundenzahl die meisten Punkte hat, gewinnt. Standardmässig dauert eine Partie sechs Runden.
Die etwa buchgrosse Schachtel enthält 300 Prompt-Karten, sechs abwischbare Boards mit Stiften sowie Pappmarker für Abstimmungen und Punkte. Die Themen reichen von Köchen, die Enten mit Föhns zubereiten, bis zu exklusiven Pepsi-Sorten aus Japan. Laut Review bietet die Anzahl der Karten genug Material für zahlreiche Partien, bevor sich Fragen häufiger wiederholen.

Das Handschrift-Problem bei der Abstimmung
Die grösste Schwachstelle der Umsetzung liegt beim Aufschreiben der Antworten. Weil der Revealer die richtige Lösung kennt, können unterschiedliche Handschriften verraten, wer welche Antwort eingereicht hat. Das Spiel empfiehlt zwar Blockbuchstaben, doch laut Review lässt sich die Handschrift der anderen Spielenden besonders in kleineren Runden mit der Zeit trotzdem erkennen.
Dadurch kann sich die Abstimmung vom eigentlichen Raten entfernen. Als Lösung beschreibt der Reviewer eine Hausregel: Der Revealer sammelt alle Antworten ein und schreibt sie vor der Abstimmung auf ein separates Blatt. Dieser zusätzliche Schritt kostet etwas Zeit, sorgt aber dafür, dass über die Antworten selbst statt über erkennbare Handschriften abgestimmt wird.
Mehr Cleverness als Klamauk
Trotz dieses Makels bewertet der Reviewer Fibbage als eines seiner bevorzugten reinen Partyspiele. Es sei ein Spiel, an dem auch Grosseltern teilnehmen und Spass haben können. Anders als Spiele, die vor allem die lustigste Antwort belohnen, verlangt Fibbage den Teilnehmenden laut Review mehr Cleverness und Kreativität ab, um Punkte zu erzielen.
Die physische Ausgabe bleibt dem digitalen Vorbild dabei eng verbunden: Die Regeln sind einfach, die Kartenmenge ist umfangreich, und der Ablauf ist schnell verständlich. Scott White beschreibt die Adaption als gelungen und sieht sie als Spiel, das er regelmässig aus dem Regal holen würde.

Potenzial für Erweiterungen
Der Reviewer sieht zudem Potenzial für zusätzliche Prompt-Karten, thematische Varianten sowie weitere Boards und Stifte. Eine offizielle Ankündigung für solche Erweiterungen nennt die Quelle nicht; es handelt sich um seine Einschätzung. Grundsätzlich lässt sich die Spielerzahl laut Review erhöhen, sofern ausreichend Schreibmaterial und eine Möglichkeit zur Punkteverwaltung vorhanden sind.
Fazit
Mit seiner kleinen Box, dem Preis von 19,99 US-Dollar, einfachen Regeln und 300 Karten ist Fibbage laut Review eine starke Wahl für einen Kneipenabend oder ein Familientreffen. Die Handschrift kann die gewünschte Anonymität bei der Abstimmung beeinträchtigen, lässt sich mit einem zusätzlichen Übertragungsschritt aber auffangen. Insgesamt gelingt Fibbage der Sprung auf den Spieltisch als leicht zugängliches Partyspiel mit 8 von 10 Punkten.
Sam Eckhardt, Leitender Redakteur
Sam hat eine Vorliebe für Spiele, die aus begrenzten Systemen erstaunlich viel herausholen. Besonders Browser- und HTML5-Spiele interessieren ihn, weil ihre technischen Einschränkungen oft zu kreativen Lösungen führen. Von seinen Anfängen mit Bounce Out bis zu modernen Roguelikes und Tower-Defense-Spielen verfolgt Sam die Entwicklung des Mediums mit großem Interesse. Heute schreibt er über neue Spiele, Branchentrends und Videospielnachrichten aus aller Welt.
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